10 Tipps für das Lesen zu Hause

Lesen ist eine grundlegende Kompetenz für so ziemlich alle Fächer in der Schule und erstrecht für unser Leben. Ohne Lesen fallen uns eine Vielzahl von Dingen unheimlich schwer.

Lesen | Lesemotivation

Nicht nur das: Nach einer Studie der renommierte Yale University, soll häufiges Lesen sogar unser Leben verlängern. Wie das sein kann? Lesen verringert unseren Stress. Es fördert unsere Vorstellungskraft sowie die Fantasie und hilft uns zu entspannen. Ganz nebenbei erwerben wir zusätzlich neues Wissen. Liest man regelmäßig, so werden unsere Gehirnzellen stimuliert, was wiederum unsere kognitiven Fähigkeiten trainiert, unser Vokabular erweitert sowie unsere Konzentrationsfähigkeit verbessert. Mehr zu dieser Studie kannst du auf Geo.de lesen.

Umso wichtiger also, dass wir uns regelmäßig dem Thema Lesen zu Hause widmen, als Teil der täglichen Hausaufgaben.

Berechtigter Weise wirfst du jetzt ein: „Ist ja schön und gut, dass mit dem Lesen. Aber mein Kind hat einfach keine Lust dazu.“

Wie du das ändern kannst, zeige ich dir mit meinen 10 Tipps für das Lesen zu Hause:

#1 Wähle einen gemütlichen Ort

Lesen | Lesemotivation

Lesen sollte immer etwas mit Entspannung zu tun haben, mit sich wohl fühlen. Also muss auch der Ort dazu passen. Ein schlechter Ort – das gilt im Übrigen auch für Lesehausaufgaben – ist der Ess- oder Schreibtisch. Kaum einer findet es dort gemütlich.

Also schnappt euch ein Buch und relaxed auf dem Sofa. Setzt euch raus in den Garten, auf den Balkon, in eine Hängematte, vor den Kamin oder in den Park. Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Orte, an denen man gemütlich lesen kann. Probiert aus, was für euch passt. Übrigens lässt sich das Lesen auch ritualisieren, bspw. jeden Abend, vor dem zu Bett gehen auf dem Sofa.

#2 Wähle ein interessantes Buch

Als Kind konnte man mich mit Büchern jagen. Bevor ich eins gelesen habe, musste viel passieren. Deshalb kann ich Kinder ganz gut verstehen, welche nicht lesen wollen. Das hatte zwei Gründe. Der erste Grund: Kaum ein Buch, dass man mir mitgebracht hat, hat mich interessiert. Die Themen waren einfach langweilig für mich. Als Mädchen dachte meine Mutter immer, dass Pferde- oder typische Mädchenbücher mir doch sicherlich gefallen würden. Doch ich mochte nicht einmal Pferde.

Erst als ich mich selbst in Büchereien und Bibliotheken umgeschaut habe, wurde das besser. Für mich waren Abenteuer und Gruselgeschichten der Einstieg ins Lesen. Noch heute brauche ich Spannung. Wenn ich nicht gerade ein Sachbuch lese, dann sind es meist Psychothriller oder Fantasybücher.

Also nichts wie ab mit dir und deinem Kind in die Büchereien und Bibliotheken dieser Welt. Die gibt es mittlerweile ja auch online. Also lasst euch inspirieren und probiert verschiedenes aus. Und ja: Es dürfen auch Comics, Zeitschriften, Sachbücher oder sonstiges sein. Es geht schlichtweg nur ums Lesen und dass das Lesen Spaß macht.

#3 Lest euch gegenseitig vor

Gerade am Anfang ist es für Kinder schwierig die Geduld aufzubringen länger zu lesen. Auch Kinder mit Schwierigkeiten im Lesen geben oftmals schneller auf. Die Lösung: Wechselt euch beim Lesen ab. Meine Tochter liebt es noch heute, wenn wir gemeinsam ein Buch lesen und jeder einen Teil liest. Zum einen hat sie so Übung im Vorlesen, zum anderen kann sie sich aber auch entspannt zurücklehnen und zuhören.

Wenn du dann noch an einer spannenden Stelle aufhörst zu lesen, ist die Lesemotivation für dein Kind umso größer.

#4 Vorbildfunktion

Bei Tipp 2 habe ich geschrieben, dass es zwei Gründe gibt, warum ich ungern gelesen habe. Der zweite Grund war, dass mein Vater immer erzählt hat, wie langweilig und blöd er lesen findet. Da ich lange Zeit zu ihm aufgeschaut habe und ihn imitieren wollte, fand ich lesen auch blöd. Mach also nicht den gleichen Fehler wie mein Vater.

Es gibt die unterschiedlichsten Möglichkeiten wie ihr zeigen könnt, dass ihr gerne lest. Beispielsweise kannst du auch online etwas zu lesen. Erzähle dann davon, was du heute online gelesen und Neues erfahren hast. Oder – falls du das nicht eh schon machst – setze dich gemütlich mit einem Buch hin und lebe es deinem Kind vor. Vielleicht holt es sich irgendwann selbst ein Buch und setzt sich dazu.

#5 Spannendes Vorlesen

Ich denke das erklärt sich von selbst. Wenn du betont und spannend vorliest, hört dir dein Kind lieber zu. Das kennen wir von uns selbst. Wenn wir einem monotonen Hörbuchsprecher zuhören, dann schalten wir das Hörbuch meist schnell wieder ab.

Also zeige auch stimmlich, dass Lesen Entertainment ist.

#6 Das Buch zum Film

Als meine Tochter einen Durchhänger beim Lesen hatte, habe ich einen Deal mit ihr gemacht. Sie fand das „Anschauen“ irgendwelcher Serien und Filme viel spannender. Im Übrigen hätten „alle“ Kinder in ihrer Klasse schon Harry Potter gesehen, nur sie nicht. Also vereinbarte ich mit ihr, dass sie den Film erst anschauen darf, wenn sie das Buch dazu gelesen hat. Begründen konnte ich das wunderbar mit den gruseligen Stellen. Wenn sie davor schon weiß, was passiert, wird es für sie nicht mehr so gruselig sein. Das sah sie ein und legte noch am gleichen Abend los.

Womit ich nicht gerechnet habe war, dass sie zwei Wochen später mir das Buch auf den Tisch legte und meinte: „Mama ich bin fertig! Kann ich jetzt den Film anschauen?“ Erst konnte ich es gar nicht glauben und ich begann ein Gespräch über den Inhalt des Buches. Doch tatsächlich! Sie hatte es bis zum Schluss gelesen. Also hielt nun auch ich mein Versprechen ein. Kaum war der Film beendet ging sie in ihr Zimmer und startete mit Band zwei: „Mama das ist so spannend. Ich will wissen, wie es weiter geht!“ Mittlerweile müssen wir ihr die Bücher abends schon aus dem Bett entfernen, da sie sonst die halbe Nacht lesen würde.

Suche etwas vergleichbares für dein Kind. Ich kann es dir nur empfehlen es auszuprobieren. Auch hier könnt ihr euch wieder gegenseitig vorlesen. Sollte es zu einem Durchhänger kommen, kann so die Lesemotivation zurückgeholt werden.

#7 Stelle Zwischenfragen

Beim Lesen geht es nicht nur um das „Aneinderreihen“ von Buchstaben, sondern wesentlich wichtiger ist natürlich der Inhalt.

Brich an spannenden Stellen ab, frage nach, wie es weitergehen könnte. Sprecht über eine interessante Stelle oder einen Wendepunkt in der Geschichte.

Reines Nachfragen: Was hast du verstanden?, ist für dein Kind wenig motivierend und es hört sich eher nach Schule an, als nach gemütlichem Lesen zu Hause.

So trainierst du das Leseverständnis deines Kindes ganz nebenbei, was wiederum die Konzentration fördert. Das wirkt sich auf Dauer auch positiv auf das Verständnis von Arbeitsaufträgen aus.

#8 Lesen für Tiere

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Hat dein Kind Schwierigkeiten mit dem Lesen oder traut sich nicht so richtig, sind Tiere wunderbare Zuhörer. Sie hören einfach zu, ohne irgendwelche Kommentare von sich zu geben. Wir neigen oftmals doch dazu die Wörter zu verbessern. Manche Kinder können das kaum aushalten. In der Schule haben wir gute Erfahrungen mit einem Hund gemacht. Die Kinder haben diesem unheimlich gerne vorgelesen und ohne Hemmungen.  Vor kurzem habe ich einen interessanten Artikel über das Vorlesen von Kindern für Katzen im Tierheim gelesen.

Habt ihr keine Haustiere? Dann lass dein Kind doch Kuscheltieren vorlesen. Vielleicht gibt es auch ein Kuscheltier, zu dem es eine besondere Beziehung noch aus Kleinkindtagen hat.

#9 Hörbuch aufnehmen

Was auch sehr motivierend sein kann für manche Kinder, ist ein eigenes Hörbuch aufzunehmen. Hier kann außerdem das betonte Lesen geübt werden und das Sprechen mit verschiedenen Stimmen. Manche Kinder haben daran so viel Freude, dass sie den halben Tag nicht mehr zu sehen sind. Ob wir das Ergebnis allerdings anhören dürfen, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Dränge dein Kind nicht dazu, wenn es nicht möchte, dass du es anhörst. Manchen ist schon früh alles peinlich.

#10 Lesen mit Leseapps

Dein Kind begeistert sich momentan hauptsächlich für Apps auf dem Tablet oder Smartphone? Kein Problem. Die Lösung hier heißt Leseapp. Eine Auswahl an Leseapps sowie weitere spannende Ideen rund ums Thema Lesen – auch online – findest du bei der Stiftung Lesen. Denn Lesen muss nicht immer nur analog im Buch sein.

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