Sommerferien-Hausaufgaben – Wie dein Kind in den Ferien sinnvoll lernen kann

Sommerferien-Hausaufgaben? Muss das sein? Meine Tochter bekommt immer wieder vor den Ferien ein Hausaufgabenpaket von der Schule geschnürt. Hier soll sie die Aufgaben des letzten Schulabschnittes wiederholen und üben.

Ich selbst gebe keine Hausaufgaben auf über die Ferien. Ich bin der Meinung, dass die Ferienzeit eine Zeit zur Entspannung für die Kinder sein sollte. Die Idee hinter den Ferien-Hausaufgaben kann ich aber durchaus nachvollziehen: Die Unterrichtsinhalte sollen im Gedächtnis bleiben und durch die Wiederholungen gefestigt werden.

Dennoch: Ist es nach all den anstrengenden Wochen mit Hausaufgaben und Lernen nicht auch einmal Zeit abzuschalten? Haben Schüler*innen darauf kein Recht?

Sommerferien-Hausaufgaben

Was ist aber mit den Sommerferien? Sechseinhalb Wochen ist eine lange Zeit. Viele Unterrichtsinhalte gehen verloren und zudem kommt häufig Langeweile bei unseren Kindern auf. Also doch etwas für die Schule machen? Liege ich vielleicht einfach falsch und sollte auch Hausaufgaben über die Ferien aufgeben? Ich sage „Jein“! Was genau ich damit meine, liest du hier.

Sommerferien-Hausaufgaben – Für und Wider

FÜRWIDER
Die Unterrichtsinhalte geraten nicht so schnell in Vergessenheit.Das Abschalten von der Schule und dem Lernen und damit die Entspannung fehlen.
Regelmäßiges Lernen fördert den Lernerfolg.Der Schulalltag ist oft stressig und mit viel Aufwand verbunden, so dass ein Abschalten dringend nötig ist.
Fehlende Unterrichtsinhalte können nachgeholt werden.Der Familienalltag leidet, da es zu Streit kommen kann bei der Bearbeitung der Aufgaben.
Eventuelle Lücken oder Lernrückstände können geschlossen und aufgeholt werden.Weniger gemeinsame, entspannte und schöne Familienzeit.

Nach der Auflistung hat sich mir eine Frage aufgedrängt: Wenn es sowohl nachvollziehbare Gründe auf der Für- als auch auf der Wider-Seite gibt, muss es doch eine Möglichkeit geben, beides miteinander zu verbinden.

Es muss also Hausaufgaben geben, welche offensichtlich nichts mit der Schule und lernen zu tun haben. Diese müssen aber dennoch einen Lernerfolg für die Kinder bringen. Gibt es so etwas? Und wenn ja, wie können solche Hausaufgaben aussehen und was möchte man damit erreichen?

Aufgaben zur Förderung der Persönlichkeitsentwicklung

Wir wissen, dass es für den Lernerfolg und uns als Person unheimlich wichtig ist eine gefestigte und starke Persönlichkeit zu entwickeln. Eine Persönlichkeit, welche auch zur Resilienz fähig ist. Resilienz ist unsere psychische Widerstandskraft, mit der wir auch aus schweren Lebenssituationen möglichst unbeschadet herauskommen. Hier wäre demnach ein erster Ansatz für Hausaufgaben in den Sommerferien: Zum Beispiel Spiele, welche die Persönlichkeit sowie die Resilienz stärken. Diese Spiele können gemeinsam mit der Familie gespielt werden oder aber auch zwischen Geschwistern und/oder Freunden.

Ein Beispiel für ein Spiel habe ich dir hier, das sogenannte Spiegelbildspiel. Hier stehen sich zwei Personen gegenüber. Person 1 macht eine Tätigkeit vor (zum Bsp. essen, Zähne putzen, Haare kämmen). Person 2 ahmt diese Bewegung von Person 1 nach, wie ein Spiegel. Lerneffekt: genaues Beobachten und Wahrnehmen. Danach kann sich ausgetauscht werden, wie es erlebt wurde oder einfach nur gemeinsam gelacht werden über die unterschiedlichsten Bewegungen.

Ebenfalls die Persönlichkeit fördern können Bücher. Es gibt viele Bücher, welche Themen der Persönlichkeitsentwicklung behandeln. Gemeinsames Lesen – bspw. abwechselnd vorlesen – und sich darüber austauschen, ist sehr gewinnbringend für Eltern und Kind. Einstellungen können ausgetauscht, Themen erklärt und geklärt und einfach eine schöne Zeit zusammen verbracht werden. Dies stärkt zudem die Eltern-Kind-Beziehung.

Aufgaben zur Förderung der Motorik

Die Motorik regelt unsere Bewegungsabläufe. Hierbei wird zwischen der Fein- sowie der Grobmotorik unterschieden. Bei der Feinmotorik denke ich als Lehrerin sofort an die Stifthaltung sowie die Schrift. Bei der Grobmotorik geht es bspw. um den Gleichgewichtssinn. Für beides müssen bestimmte Muskelgruppen aktiviert werden. Spiele hierzu findet du auf dem Jugendbegleiterblog von Daniel.

Aufgaben zur Förderung der Konzentration

Mein Kind kann sich nicht konzentrieren während der Hausaufgaben. Es ist immer wieder abgelenkt. Glaube mir, diesen Satz höre ich häufiger und wirklich jedes Elternteil kennt das von den eigenen Kindern. Manchmal will das mit der Konzentration nicht so richtig funktionieren. Und natürlich kennen wir es auch von uns selbst.

In der Schule merken wir es ebenfalls bei unseren Schülern*innen in unterschiedlich ausgeprägter Form. Also warum die Ferien nicht nutzen und dies spielerisch trainieren? Übrigens: Mit einigen Konzentrationsspielen förderst du automatisch die Merkfähigkeit deines Kindes.

Ein Spiel, welches du sicherlich kennst, ist: „Ich packe meinen Koffer und nehme mit…“ Ein wunderbares Spiel bspw. auf der Fahrt in den Urlaub. Glaube mir, dass wird nicht nur von deinem Kind viel Merkfähigkeit abverlangen.

Finde den Fehler/Unterschied ist auch eine gute Möglichkeit spielerisch an der Konzentration zu arbeiten. Oder, dass bei den Kindern sehr beliebte Ausmalen von Mandalas.

Zudem sollen Schlaf, Ruhe und Entspannung ebenfalls gut für die Konzentration sein. Also einfach faul in eine Hängematte liegen oder auf dem Sofa, am Pool oder Strand schlafen. Hier gibt es unzählige Möglichkeiten.

Sommerferien-Hausaufgaben zur Lernförderung

Ja, da kommt sie nun doch: Die Lernförderung in den Ferien. Aber halt! Bitte spielerisch und ohne, dass dein Kind merkt, dass es sich hierbei um „Schule“ handelt. Hier musst du ausprobieren, woran dein Kind die meiste Freude hat. Ein paar Beispiele habe ich dir aufgelistet.

Ein Lernspiel ist Sudoku. Manche Kinder knobeln unheimlich gerne an diesen Rätseln. Bei Rätseldino gibt es Sudokus in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen zum Ausdrucken.

Ferienzeit ist häufig auch Zeit für die Nutzung digitaler Medien. Warum also nicht ein paar digitale Lernspiele in den Ferien machen? Das gute alte Tetris oder auch Formenpuzzle genannt, zur Förderung der räumlichen Wahrnehmung. Oder auch Quizspiele, um das Allgemeinwissen zu erweitern. Hierfür eignen sich im Übrigen auch altbekannte Wissensserien für Kinder im Fernsehen. Heutzutage auch auf vielen Videoplattformen zu finden.

Gesellschaftsspiele sowie Bücher gehören immer zu den Sommerferien-Hausaufgaben dazu. Liest dein Kind keine Bücher? Dann probiere es doch mit Comics, Sachbüchern, Rätselblocks oder solchen Büchern, in denen dein Kind selbst entscheidet, wie es weiter gehen soll.

Sommerferien-Hausaufgaben

Ich hoffe du hast nun ein paar Anregungen bekommen, was du an Sommerferien-Hausaufgaben mit deinem Kind machen kannst. Für deine Planung zu Hause kannst du so vorgehen:

  • Überlege dir in welchen Lernfeldern dein Kind noch Unterstützung benötigt.
  • Suche nach Möglichkeiten dein Kind in diesem Bereich spielerisch zu fördern.
  • Habt eine gute Zeit zusammen und Spaß an jedem einzelnen „Lernfeld“. 🙂

Gegen Ende der Sommerferien spricht übrigens nichts dagegen, auch noch einmal etwas den Lernstoff des letzten Schuljahres zu wiederholen. Das bereitet dein Kind auf das kommende Schuljahr gut vor.

Nun wünsche ich euch schöne Sommerferien und viele großartige, gemeinsame „Lernmomente“ 😉

Und wenn das Schuljahr wieder startet, findest du hier Tipps zur Organisation der Hausaufgabenzeit.

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